Diesen Eindruck gewinnt man schnell, wenn man die täglichen Nachrichten der letzten Jahre verfolgt. Nicht erst seit Corona scheint mehr als nur ein Riss durch unsere Gesellschaft zu gehen. Nach „Und erlöse uns von den Blöden“ versuchen die Kabarettistin Monika Gruber und der Journalist Andreas Hock jetzt in „Willkommen im falschen Film“ den alltäglich gewordenen Irrsinn in Worte zu fassen. So entstanden 34 Texte zu unterschiedlichen Aufregerthemen der letzten Jahre, die zwischen die beiden Buchdeckel gepresst sind. Von SUV über Lastenräder, den Begriff „woke“ bis zum Rundfunkbeitrag und zu den „Klimaklebern“ gibt es nichts, was ausgelassen wird.
Mit einigem Frust, aber auch mit Augenzwinkern legen beide Autoren ihre Meinungen dar. Detailliert schildern sie, was sie an unserer heutigen Gesellschaft stört und wie eine Veränderung aussehen könnte. Titel wie „Bares ist Rares: Warum ich meine Currywurst nicht mit Karte zahlen möchte“ weisen aber darauf hin, dass sich die Autoren nicht nur den großen aktuellen Problemen widmen, sondern auch den kleinen Aufregern ausreichend Platz geben. Das kann unterhaltsam sein, wird aber manchmal doch anstrengend. Wer das so empfindet, der kann wenigstens über den leichten Wortwitz, wie er im eben genannten Kapiteltitel zu sehen ist, schmunzeln.
Man muss nicht mit den Meinungen von Monika Gruber und Andreas Hock (in Gänze) übereinstimmen, doch die Krisen unserer Zeit lassen sich nicht lösen, wenn wir alle auf unserer kleinen Eisscholle bleiben … Globale Erwärmung hin oder her. Die Lektüre lohnt sich eben nicht zuletzt, um auch wieder „(Selbst-)Ironie“ zu lernen.
UNSER BUCHTIPP:
Monika Gruber, Andreas Hock
Willkommen im falschen Film. Neues vom Menschenverstand in hysterischen Zeiten
Piper Verlag
240 Seiten
ISBN: 978-3-492-07501-5
Preis: 22,00 €
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